Philippe Decrauzat &<br> Jean-Luc Manz <br>Prix Buchet 2010

Philippe Decrauzat &
Jean-Luc Manz
Prix Buchet 2010

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Decrauzat (*1974) und Jean-Luc Manz (*1952), lädt das Musée cantonal des Beaux-Arts von Lausanne beide Künstler ein, das gesamte Museum mit einer auf dessen Räume zugeschnittene Ausstellung zu
bespielen.

Der seit 30 Jahren in der Französischen Schweiz tätige Jean-Luc Manz entwickelt seine Bildsprache in einem steten Dialog mit Vertretern der abstrakten Malerei, ob mit seinen eigenen Vorläufern oder Zeitgenossen. Zahlreiche seiner Kompositionen sind als Serien angelegt und resultieren aus dem Experiment mit spezifischen Formen (Schachbrettmuster oder andere geometrische Formen), andere leitet er direkt aus vorgefundenen Gegenständen ab – sei es das Motiv eines ägyptischen Teppichs oder diejenigen, die er bei anderen Künstlern entlehnt, das Detail eines Kleidungsstücks oder die Erinnerung an eine Person. Dieser anspielungsreiche Bezug zur Wirklichkeit wird durch die Titel unterstrichen – Mes années 50 (Meine 50er Jahre), Les pleurs de cendres (Aschetränen) usw. –, während die Primärfarben die Grundpalette bilden, auf der das gesamte Werk aufgebaut ist, bis auf einige Ausflüge in die absolute Farbreduktion des Schwarz-Weiss.

Philippe Decrauzats Werk verweist nicht nur auf die Geschichte der abstrakten Kunst, sondern auch auf diejenige der Op-Art und, weiter gefasst, auf das Kino. Gemälde, Wand- oder Bodenmalereien, Skulpturen, Installationen und Filme speisen sich aus Referenzen, die der Bildenden Kunst ebenso wie dem Experimentalfilm, der Popkultur, der Literatur und der Musik entlehnt sind. Selbst wenn Decrauzats Werk erneut die den Avantgarden des 20. Jahrhunderts bedeutsamen Fragen nach Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Bewegung stellt, so bildet er daraus keine blosse Ansammelung von Zitaten, sondern eine grundlegende Neuformulierung dieser Fragen im Raum der Installation.

Die Buchet Preis

Aufgabe der 1987 gegründeten Stiftung Gustave Buchet ist es, die Erinnerung an den Maler Gustave Buchet (1888–1963) lebendig zu halten. Dieser Waadtländer Künstler, geprägt vom Futurismus und vom Purismus,
war zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in Paris tätig. Seit dem Bestehen des Preises im Jahre 1993 wurde er folgenden KünstlerInnen verliehen: Pierre Chevalley (1993), Anne Blanchet (2000), Christian Floquet (2003) und Hervé Graumann (2006).

Publikation

Jean-Luc Manz. Peintures 1984 – 2010

Mit Texten von Catherine Othenin-Girard, Hans Rudolf Reust und Nicole Schweizer, Koedition MCBA, Lausanne / Editions Fink, Zürich, 2010, fr./de.

CHF 48.-

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