Yael Bartana<br> Trembling Times

Yael Bartana
Trembling Times

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Yael Bartana erkundet die Konstruktion der individuellen Identitäten und des Kollektivgedächtnisses mittels Video, Film und Fotografie. Seit mehr als 15 Jahren schafft sie ein breit gefächertes Werk, das zwischen Dokumentation und fiktiven Konstruktionen historischer Ereignisse oder sogar politischer Utopien schwankt.

Von Bartanas ersten Videos (Profile, 2000; Trembling Time, 2001) über die monumentale Trilogie And Europe Will Be Stunned (2007–2011), mit der sie Polen an der 54. Biennale von Venedig vertrat, bis zu den neueren Arbeiten (True Finn, 2014) zeugt ihr Schaffen von einer Faszination für Zeremonien und soziale Rituale sowie für die Rolle, die diese in der Konstruktion von Gemeinschaften und Individuen spielen. Ihre Werke beruhen nicht auf einem direkten Dokumentationsverfahren, sondern sind nach einer Ästhetik des Rituals gestaltet und somit in erster Linie performative Arbeiten, welche die Betrachter ohne deren Wissen in ihren Bann ziehen. Ihre Filme lenken die Aufmerksamkeit auf das Faktum, dass der Film selber ein Ritual ist und dass die Kamera vielleicht besser als jede andere Vorrichtung das Ritual nachahmt mit ihrer Fähigkeit, zu fetischisieren, zu verführen und uns in die Zeremonie, die wir betrachten, hineinzuziehen.

Trembling Times, die erste Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz, ist um die Trilogie And Europe Will Be Stunned aufgebaut und hebt die Spannungen hervor, die das ganze Werk Bartanas prägen: zwischen Realität und Fiktion, Pathos und Ironie, Hoffnung und Verzweiflung, Nostalgie und Bemühen, mit der Vergangenheit zu brechen.

Publikation

Yael Bartana

Nicole Schweizer (Hg.), mit Texten von Emmanuel Alloa, Nora Alter, Juli Carson und Gil Z. Hochberg, und ein Interview mit der Künstlerin von Erika Balsom, Mitherausgeber MCBA, Lausanne, / JRP Ringier, Zürich, 2017, fr,/en., 160 S. 120 Abb.

CHF 50.-

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